3. Bonner Konferenz für Entwicklungspolitik

„Globale Lebensstile – Neue Wege für die Entwicklungspolitik“

Am 30. und 31. Januar 2012 diskutierten etwa 800 TeilnehmerInnen auf der 3. Bonner Konferenz für Entwicklungspolitik im World Conference Center Bonn über Globale Lebenstile und ihren Einfluss auf die Entwicklungs-politik.

Udo Schlüter, Geschäftsführer des Eine Welt Netz NRW, kommentierte in seinem Statement die in Planung befindliche Eine Welt-Strategie der NRW-Landesregierung.

 

Unter dem Titel „Globale Lebensstile – Neue Wege für die Entwicklungspolitik“ stand der Zusammenhang zwischen Lebensstilen, Konsumgewohnheiten und den Lebensverhältnissen in Entwicklungsländern im Fokus der dritten Bonner Konferenz.

Die Dokumentation der Konferenz finden Sie
hier: www.bonn-conference.nrw.de

 

Vandana Shiva aus Indien postulierte mit Blick auf das Jahr 2030:" Wir werden definitiv in einer Post-Wachstums-Gesellschaft leben. Die Frage ist nur, ob es eine globale Gesellschaft ist, die von Armut, Ungerechtigkeit und Chaos geprägt sein wird, oder eine Gesellschaft, die die wirklichen Probleme angeht: Ungleiche Verteilung und Umweltzerstörung. Das Establishment wird das nicht ändern, aber die Jugend."

 

Professor Dr. Dirk Messner vom Wissenschaftlichen Beirat für Globale Umweltfragen (WBGU) beschrieb die Schwierigkeit, die Frage der Lebensstile in der breiten Öffentlichkeit zu thematisieren. Dass wir unsere Wirtschaft effizienter uns ressourcenschonender gestalten müssen, sei fast schon globaler Konsens. Daher rührt auch die hohe Attraktivität einer "green economy". Jedoch werden Effizienzgewinne regelmäßig vom höheren Wachstum wieder aufgefressen. Schwierig sei aber, Suffizienz zu vermitteln. Die Aufgabe besteht daher darin, nachhaltige Lebensstile nicht mit Konsumverzicht zu assozieren, sondern mit einem "buen vivir", einem besseren, zufriedeneren und entschleunigten Leben. Messner nannte als Beispiel, dass Otmar Issing, Chefsvolkswirt der Europäischen Zentralbank, einen Artikel über das neue WBGU-Gutachten mit der Überschrift "Wege zur Knechtschaft" betitelte und Forderungen des WBGU-Gutachtens in einen Zusammenhang mit der Ideologie Mussulinis rückte.

 

Das Eine Welt Netz NRW präsentierte an seinem Stand neben dem KoordinatorInnen-Programm für entwicklungspolitische Bildungsarbeit und dem Jugendnetzwerk OpenGlobe das breite Eine-Welt-Engagement seiner Mitglieder.

Auf den Fotos sind zu sehen: Richard Nawezi von Mutoto e.V. mit Gerd Deihle, 1. Vorsitzender des Eine Welt Netz NRW. Angelica Schwall-Düren, NRW-Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien mit Monika Dülge vom Eine Welt Netz NRW.

 

Veranstalter der Konferenz waren die für die nordrhein-westfälische Entwicklungspolitik zuständige Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, Angelika Schwal-Düren, in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE), dem Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO e.V.), dem Center on Sustainable Consumption and Production Wuppertal (CSCP), der Bundesstadt Bonn und der Deutschen Welle.

 
  Erstellt am 02.02.2012
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