Valentinstag: Welches Label für Faire Blumen?

Seit Jahresbeginn tragen die Organisationen FIAN, Brot für die Welt, terre des hommes und das Eine Welt Zentrum Herne und die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) das Flower Label Program (FLP) nicht mehr mit.Christian Wütig vom Verein Kaffeebohne e.V. in Paderborn bedauert das, weil das Flower Label Progamm wesentlich strengere Kriterien für die Schnittblumenproduktion gehabt habe als Transfair.

Letztendlich habe wieder einmal ein schwächeres größeres Siegel das kleinere aber inhaltlich bessere besiegt. Gescheitert ist FLP seiner Ansicht nach unter anderem daran, dass es nicht genug Akzeptanz in der Öffentlichkeit gefunden habe und die Konkurrenz zu Transfair zu groß gewesen sei.

 

FIAN und die anderen Organisationen sagen dagegen, sie zögen die Konsequenz aus den inhaltlichen Veränderungen des Vereins und dem finanziellen Zusammenbruch des Gütesiegels. Sie raten den Konsumenten, sich zukünftig beim Kauf für Fairtrade-zertifizierte Blumen und Pflanzen zu entscheiden.

 

FLP war im letzten Jahr wirtschaftlich nicht mehr tragfähig, die Büros in Köln und Quito (Ekuador) wurden bereits geschlossen. Grund dafür war eine große Zahl von Austritten und Dezertifizierungen von FLP-Betrieben. NROs und Gewerkschaften konnten sich gegenüber Produzenten und Händlern nicht mit dem Vorschlag durchsetzen, FLP in Fairtrade zu überführen.

 

Bislang sind Fairtrade-Schnittblumen in Deutschland in verschiedenen Supermärkten zu kaufen und sollen im Laufe des Jahres auch bei Floristen angeboten werden. In Österreich bieten neben Supermärkten auch Floristen bereits Fairtrade-Schnittblumen an.

 

"Da FLP aufgrund fehlender Finanzen nicht mehr handlungsfähig ist, besteht die Gefahr, dass das Label missbraucht wird. Unternehmen können damit werben, ohne dass tatsächlich geprüft wird, ob sie FLP-Standards einhalten.", so Joachim Vorneweg von der Menschenrechtsorganisation FIAN. Die Zertifizierung durch FLP basiert auf dem internationalen Verhaltenskodex (ICC, International Code of Conduct) für die Schnittblumenproduktion. Er war von den beteiligten NROs, Gewerkschaften, Produzenten und Handel gemeinsam entwickelt worden und setzt seit 1998 klare Maßstäbe. Der ICC enthält Arbeits-, Sozial- und Umweltkriterien, die auf den UNO-Menschenrechtspakten, den relevanten Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und Umweltnormen beruhen. FLP hat damit für rund 20.000 ArbeiterInnen in Schnittblumen-Plantagen in Afrika, Asien und Lateinamerika bessere Arbeitsbedingungen durchgesetzt, wie etwa feste Arbeitsverträge, Mutterschutz, Arbeits- und Gesundheitsschutz. Das ist ein klarer Verdienst derjenigen Organisationen, die mit Bedauern heute nicht mehr ihren Platz im FLP haben.


FIAN, Brot für die Welt und terre des hommes werden sich weiterhin im Rahmen ihrer Arbeit für soziale Rechte im Blumensektor stark machen. Auch die IG BAU unterstützt in Zukunft die Siegelung durch den Fairen Handel.

 

www.fairflowers.de

www.fairtrade-deutschland.de

 
  Erstellt am 08.02.2012
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