Das Jahr 2000

  • Planung der Fair Handels-Kampagne

Unser Landesnetzwerk hat im Jahre 2000 mit den Vorbereitungen für eine landesweite Kampagne zur Förderung des fairen Handels begonnen. Die Kampagne soll als Projekt zur Landesagenda 21 in NRW realisiert werden und neben traditionellen Kooperationspartnern auch neue hinzugewinnen. Im September 2001 wurde dann die entsprechende Kampagne „Wir handeln fair.NRW“ mit der Eröffnung der Ausstellung „Blumenwelten“ bei der Landesgartenschau in Oelde gestartet. Sie ist das erste Projekt der NRW-Landesagenda.


  • Projekt „Zukunft gestalten – eine Aktions- und Informationskampagne zur nord-süd-politischen Profilierung der lokalen Agenda 21“

Im April 2000 startete unser Landesnetzwerk mit dieser breit angelegten Informationskampagne. Über einen Zeitraum von 3 Jahren soll mit der von der EU kofinanzierten Kampagne eine breite Öffentlichkeit für die Nord-Süd-Problematik  interessiert werden, um die Basis für lokale Agendaprozesse zu verbreitern und lokale Agenda-Prozesse für Eine-Welt-Arbeit zu nutzen.

 

Themenschwerpunkte in 2000 und 2001 waren das weltweite Wandmalprojekt „Mural Global“ sowie die Einbindung von Nord-Süd-Partnerschaften in die lokale Agenda-Arbeit. 

 

Unsere Broschüre „Vor Ort aktiv – global vernetzt“ fand sehr guten Absatz bei Kommunen und Partnerschaftsinitiativen in NRW. Diese Publikation sowie begleitende Workshops, Seminare, Radiosendungen etc. haben dazu beigetragen, dass die Idee der Nord-Süd-Agenda-Partnerschaften mittlerweile bei Kommunen, lokalen Organisationen aber auch bei Organisationen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit Eingang gefunden hat.

 


Zeitung "Entwicklungsland D"

 

Mit einer neuen Ausgabe der Zeitung „Entwicklungsland D“ konnten wir landesweit Menschen über die verschiedenen Aspekte des Agenda-Prozesses informieren, gute Beispiele aus der lokalen Eine-Welt- und Agenda-Arbeit vorstellen und Menschen Anregungen für ihr persönliches Handeln geben.


 

Landtagswahlen: zweite rot-grüne Koalition unter Clement

Am 14. Mai 2000 wird in Nordrhein-Westfalen der neue Landtag gewählt. Ministerpräsident Wolfgang Clement stellt sich erstmals dem Wahlvolk. Die FDP kommt mit ihrem Spitzenkandidaten Möllemann überraschend auf knapp 10 Prozent der Stimmen - und bietet sich umgehend als verlässlicher Koalitionspartner an. Die Grünen büßen fast drei Prozent ein. Nach zähen Verhandlungen kommt es dann doch zu einer Neuauflage der rot-grünen Koalition. Die CDU kommt auf rund 37 Prozent. Ihre Torpedierung der Green-Card der Bundesregierung (Jürgen Rütgers: „Kinder statt Inder“) wollen die Wähler nicht mittragen.


  • Cartagena-Protokoll über biologische Sicherheit/ Erste außergewöhnliche Vertragsstaatenkonferenz zur UN-Biodiversitätskonvention

Am 22./23. Februar 1999 und vom 24. bis 28. Januar 2000 fand in Cartagena, Kolumbien, bzw. Montreal, Kanada die erste außergewöhnliche Konferenz der Vertragsstaaten zur UN-Biodiversitätskonvention statt. An deren Ende wurde das sogenannte Cartagena-Protokoll über biologische Sicherheit als ergänzendes Abkommen zur UN-Biodiversitätskonvention verabschiedet. Es trat am 11. September 2003 in Kraft.

 

Das Protokoll setzt international verbindliche Mindeststandards für den grenzüberschreitenden Verkehr gentechnisch veränderter Organismen und orientiert sich dabei am Vorsorgeprinzip. „Informations- und Genehmigungsverfahren sollen insbesondere verhindern, dass in den Entwicklungsländern gentechnisch veränderte Pflanzen ohne Wissen der nationalen Behörden eingeführt und angebaut werden. Wie bei vielen nationalen und internationalen Bestimmungen zur Gentechnik kommt auch hier das Vorsorgeprinzip zur Anwendung“ (Umweltbundesamt).


  • Fünfte Vertragsstaatenkonferenz zur UN-Biodiversitätskonvention in Nairobi (Kenia)

Vom 05. bis 26. Mai 2000 fand die fünfte Konferenz der Vertragsstaaten der UN-Biodiversitätskonvention in Nairobi in Kenia statt.


  • Vierte Wüstenkonferenz als Folgekonferenz der UN-Wüstendeklaration

In Bonn in Deutschland findet die vierte Folgekonferenz der UN-Wüstendeklaration statt, die Evaluation der bisherigen Umsetzungsschritte stehen auch hier im Vordergrund.


  • Sechste Klimakonferenz in Den-Haag

Die Verhandlungen scheitern und werden ausgesetzt.


  • Millenniumsgipfel der Vereinten Nationen

In New York findet der UN-Millenniumsgipfel statt, mit Verabschiedung der acht Millenniumsziele, die bis 2015 erreicht werden sollen.

 

Diese Ziele sind:

  1. Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
  2. Primarschulbildung für alle
  3. Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frau
  4. Senkung der Kindersterblichkeit
  5. Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern
  6. Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen schweren Krankheiten
  7. Ökologische Nachhaltigkeit
  8. Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung

 


  • Nachdem sie sieben Jahre lang blockiert hatte, ratifiziert die russische Duma am 14.4.2000 den 1993 mit den USA ausgehandelten START-2-Vertrag zur Abrüstung nuklearer Waffen.



  • In Simbabwe kommt es im April zu von der Regierung gebilligten blutigen Ausschreitungen von farbigen Landbesetzern gegen weiße Farmer.



  • Zum ersten Mal seit der Teilung des Landes von 1945 kommt es am 13.6. und 14.6. zu einem historischen Gipfeltreffen zwischen Nord- und Südkorea. Beide Parteichefs erklären die Wiedervereinigung zum politischen Ziel.



  • In Serbien wird der diktatorisch regierende Präsident Milosevic nach massiven Wahlfälschungen durch das eigene Volk gestürzt.



  • Zu diesem Jahrtausendwechsel gibt es etwas über 6 Mrd. Menschen auf der Welt. Zwei Drittel von ihnen haben noch niemals in ihrem Leben telefoniert, etwa 40% verfügen nicht über elektrischen Strom, ein Drittel lebt mehr oder weniger nomadierend unterhalb der Selbsternährungsgrenze.



  • Zum ersten Mal findet mit der "Expo 2000" eine Weltausstellung in Deutschland statt und führt mit weit über 2 Mrd. DM zum größten Verlust, den jemals eine Weltausstellung eingefahren hat. Thema dieser Expo war: „Mensch, Natur und Technik -eine neue Welt entsteht. Es wurde auch eine Erlebnislandschaft zu folgenden Themen entwickelt: Zukunft der Arbeit, Basic Needs, Mobilität, Planet of Visions, Ernährung, Gesundheit, Kommunikation, Mensch, Umwelt und Wissen. Außerdem wurden in 132 Ländern parallel zur Weltausstellung 487 zukunftsweisende, übertragbare und nachhaltige Projekte zu verschiedenen Themen durchgeführt.



  • Der energiehungrige weltweite Wirtschafts-Aufschwung, die bei den Ölfördermengen zurückhaltende OPEC und die Einführung und Umsetzung von Ökosteuern führen in Europa zu Protesten der am meisten von der Treibstoffkrise Betroffenen, den Lkw-, Taxi- und anderen Berufsfahrern.



  • In der ersten Fassung tritt das Erneuerbare-Energie-Gesetz in Kraft. Dies bedeutet, dass Strom aus regenerativen Quellen der Vorrang bei der Einspeisung in die Netze gewährt werden sollte und es garantiert den Erzeugern für 15 bis 20 Jahre Mindestabnahmepreise. Es soll dem Klimaschutz dienen und gehört zu einer Reihe gesetzlicher Regelungen, mit denen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas oder Kohle sowie von Kernkraft verringert werden soll. Die Regelungen des EEG betreffen ausschließlich die Stromerzeugung. Das deutsche EEG dient international als Vorbild für den erfolgreichen Ausbau der Erneuerbaren Energien und wurde bis dato in ähnlicher Form in mindestens 61 Staaten sowie 26 Bundesstaaten bzw. Provinzen eingeführt (Stand 2011).



  • Zyanidhaltige Abfälle aus einer rumänischen Goldmine verseuchen die Flüsse Theiß und Donau, führen zur größten Umweltkatastrophe seit Tschernobyl.



  • In einem historischen Einigungsprozess zwischen Industrie (RWE, Veba) und Bundesregierung wird am 15.6.2000 ein auf geschätzte 32 Jahre Dauer angelegter "Fahrplan zum Ausstieg aus der Atomkraft" beschlossen.



  • Des Weiteren gibt es ein Verbot für die Nutzung von Kernelementen aus der britischen Nuklearanlage Sellafield, nachdem Manipulationen von Unterlagen bekannt werden.



  • 5 Jahre nachdem die Rinderseuche BSE in Großbritannien ausgebrochen ist, wird der erste Fall in Deutschland bekannt. Bundestag und Bundesrat führen per Eilgesetz flächendeckende Tests für geschlachtete Rinder ein. Bis 2001 steigt die Zahl der kranken Rinder in Deutschland auf 94.



  • Angela Merkel wird zur CDU-Bundesvorsitzenden gewählt.



  • In Düsseldorf wird ein Sprengstoffanschlag auf Auswanderer aus Osteuropa verübt, es werden zehn Menschen teilweise schwer verletzt, ein ungeborenes Kind wird getötet. Ein antisemitisches Tatmotiv wird vermutet, da einige der Opfer jüdischen Glaubens sind. Seit der Aufdeckung des Rechtsterrorismus durch die NSU im Jahr 2011 wird eine Tatbeteiligung dieser Gruppe angenommen.



  • Am 9.11., dem Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938, kommt es zu zahlreichen öffentlichen Protesten gegen Rechtsextremismus, in Berlin nehmen bis zu 200.000 Menschen teil.



  • Der Aufsichtsrat der Mannesmann AG akzeptiert das Übernahmeangebot des britischen Vodafone Konzerns, so dass die bislang teuerste Transaktion der deutschen Wirtschaftsgeschichte (ca. 370 Mrd. DM) zustande kommt. Dem Angebot ging der Versuch einer feindlichen Übernahme voraus.



  • Bei den Landtagswahlen in NRW wird Wolfgang Clement (SPD) im Amt bestätigt und führt die rot grüne Koalition fort.



  • Die Neuwahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ist lange umstritten. Ein einziger Wahlbezirk in Florida spielt mit angeblich wenigen Hundert Stimmen "Zünglein an der Waage". Die Beiden Spitzenkandidaten Al Gore und George W. Bush streiten bis ins Folgejahr um die Neuauszählung der Stimmen.
 
  Erstellt/Aktualisiert am 15.04.2013
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