Das Jahr 2008
Koordinatoren für entwicklungspolitische Bildungsarbeit
Die Neuorientierung ist gelungen. Die KoordinatorInnen initiieren bzw. unterstützen mittlerweile Eine-Welt-Aktivitäten im ganzen Land. Engagierte können mittlerweile auf eine Vielzahl von Angeboten der Koordinatoren zurückgreifen, u.a. auf Informationsmaterialien, Ausstellungen, Veranstaltungsmodule und Aktionselemente.
Das Capacity-Building-Program
Im Rahmen des CBP haben wir Herbst 2008 ebenfalls 3 sehr gut besuchte Informationsveranstaltungen zur Finanzkrise in Bielefeld, Münster und Köln durchgeführt: Als Kooperationspartner waren Vamos e.V. in Münster, das Welthaus Bielefeld und das AllerWeltsHaus Köln dabei.
Kampagne für Kinder und Jugendliche
„Heiße Zeiten - Nimm das Klima in die Hand“
Anfang 2008 startete „Heiße Zeiten“, unsere auf drei Jahre angelegte Kampagne, die nachhaltige Lernprozesse bei Kindern und Jugendlichen fördert:
- Mit kreativen Aktionen und Workshops,
- mit Schulprojekttagen mit dem Eine Welt Mobil, der Klimaexpedition und dem Siegener Aktionsbus,
- und mit politischen Kinder- und Jugendforen
geben wir der jungen Generation in NRW eine Plattform, mitzureden und mitzumachen in Sachen Klimaschutz. Wir versuchen, so viele Jugendliche wie möglich zu erreichen und wenden uns dafür an Vereine, Organisationen, JugendleiterInnen etc. im ganzen Land.
Pro weltwärts NRW
Ziel dieses neuen Projekts ist es, dem internationalen Freiwilligendienst „weltwärts“ in NRW zum Erfolg zu verhelfen. Dazu beraten und qualifizieren wir kleine Vereine, die selbst Entsendeorganisation werden und jungen Leuten ein freiwilliges Jahr bei ihren Partnerorganisationen im Süden ermöglichen wollen. Das Eine-Welt-Netz-NRW ist mittlerweile aber auch selbst als Entsendeorganisation anerkannt und hat in 2008 die ersten Freiwilligen nach Tansania entsandt.
Der „Weltgarten“ in Düsseldorf
Im Jahr 2008 wurden in Düsseldorf besonders viele Migranten als Besucher erreicht. Zusätzlich attraktiv wurde die Präsentation in Düsseldorf durch die gigantischen Blumen eines Düsseldorfer Künstlers, der auch die dortigen Karnevalswagen baut. Sie weisen auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen in der Blumenproduktion hin.
Bildung trifft Entwicklung
Das Eine-Welt-Netz-NRW bietet seit Anfang 2008 in Kooperation mit dem Deutschen Entwicklungs-dienst (DED) qualifizierte entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Nordrhein-Westfalen: Ehemalige Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer führen Veranstaltungen und Projekte in Schulen sowie in außerschulischen Bildungseinrichtungen und in Jugendeinrichtungen durch.
Neue Wanderausstellung zu Städtekaffees
Fairer Kaffee in der eigenen Stadt - immer öfter trägt er auch den Namen der Stadt. Ob im Verbund wie beim Pott-Kaffee im Ruhrgebiet oder von Bonn bis Emmerich in der "Rheinischen Affaire" oder als Solitäre wie der Münster-Kaffee, der als einer der ersten Städtekaffees Mitte der 90er Jahre den Trend setzte. Die Städtekaffees gehören zu den erfolgreichsten Marketing-Ideen des Fairen Handels und haben erheblich dazu beigetragen, dass sich immer mehr Menschen für den Fairen Handel begeistern.
Wir zeigen auf sieben Roll-up-Displays, wie Städtekaffees funktionieren und welche Marktanteile sie haben. Die Ausstellung wurde von uns im Jahr 2008 gemeinsam mit dem Eine Welt-Landesnetzwerk aus Rheinland-Pfalz entwickelt und bietet sehr viele Informationen rund um Städtekaffees. Ideal als Begleitsausstellung für die Einführung einer neuen Marke oder für dessen Jubiläumsfeier!
Hier finden Sie die Infos zum Ausleihen.
Landeskonferenz 2008
Ende Januar fand parallel zur Fair 2008 in Dortmund die Landeskonferenz statt. Sie stand unter dem Motto „Gerechtigkeit im Treibhaus“ und behandelte die Auswirkungen des Klimawandels auf wirtschaftliche und soziale Entwicklung und die Umsetzung der Millenniumsziele. Mit mehr als 200 Teilnehmern aus Eine-Welt-Organisationen, Landes- und Bundespolitik, sowie der Wissenschaft war die Konferenz ein sehr großer Erfolg.
Strategietagung im September 2008 in Iserlohn
Die jährlich stattfindende Strategietagung, die das Eine-Welt-Netz-NRW gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Villigst veranstaltet, erreichte ca. 50 Teilnehmern aus Politik und Zivilgesellschaft. Thematisch im Mittelpunkt standen diesmal der „Global Marshall Plan“ als globales Entwicklungsprogramm, die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“.
Ausstellung „Unsere Zukunft – Eine Welt“
Die Wanderausstellung des Eine-Welt-Netz-NRW war auch in 2008 gut nachgefragt. Sie greift die Themenkomplexe Fairer Handel, Klima und Energie, Gerechtigkeit und Frieden, Globales Lernen und kultureller Dialog auf und präsentiert die wesentlichen aktuellen Informationen. Für die Ausstellung konnten einige Prominente gewonnen werden, die mit „Wort und Bild“ Stellung beziehen und zum Engagement motivieren. Die unterschiedlichen Projekt- und Aktionsbeispiele von Eine-Welt-Gruppen und -Initiativen in NRW zeigen Möglichkeiten auf, wie sich jede und jeder einzelne von uns für die „Eine Welt“ engagieren kann.
Nord-Süd-Partnerschaften: Länderforen
Der Aufbau des Länderforum-Ghana ist vom Eine-Welt-Netz personell unterstützt worden. Von Februar bis Dezember 2008 befand sich die „Geschäftsstelle im Aufbau“ in den Räumen des Eine- Welt-Netzes in Münster. Das Ghana-Forum ist jetzt ein eingetragener gemeinnütziger Verein und führt die Geschäfte in Eigenregie weiter.
Das Mpumalanga-Forum hat in 2008 gemeinsam mit dem Eine-Welt-Netz Pläne für eine eigene Geschäftsstelle entwickelt, die in unserem Essener Büro bei Exile eingerichtet wird.
Büro für Fairen Handel
„Pro Weltläden“ hat im Jahr 2008 drei Module der Weltladen-Professionalisierung für die Weltläden in NRW angeboten: Erfahrungsaustauschtreffen in 10 Regionen NRW´s, begleitende Seminare und Einzelberatungen. Das Projekt wurde Ende 2008 sehr erfolgreich beendet.
FA!R2008 in Dortmund
Das Highlight des Jahres war sicherlich die „Fair 2008“, die 2. Fair-Handels-Messe des Eine Welt Netz NRW, die Ende Januar mehr als 2000 Besucher nach Dortmund zog. Auch der thematische Schwerpunkt „Textilien und Accessoires“ war gut gewählt. Begleitet wurde die Messe von einer Fachtagung, wo inhaltliche und strategische Fragen im Plenum und in einzelnen Foren besprochen wurden.
Das Eine Welt Netz war Kooperationspartner bei der ersten Europäischen Fairhandelsmesse in Lyon, wo der Fachkoordinator das Konzept der Städtekaffees präsentieren konnte.
Das Büro für Fairen Handel hat die Eröffnungsveranstaltungen zur Fairen Woche im September im Land in Düsseldorf und im Rathaus Bonn mit organisiert.
Der Kaffeegarten geht nach Essen
Der „Kaffeegarten“, den das Eine Welt Netz NRW für die Landesgartenschau in Jüchen produziert und anschließend in Neuss eingesetzt hatte, fand in 2008 einen neuen attraktiven Standort in der Mustergartenanlage im Essener Gruga-Park. Dort informiert er die Besucher über globale Wirtschaftsbeziehungen, wirbt für einen gerechten Welthandel und den Fairen Handel und bietet auch Raum für Veranstaltungen.
- UN-Klimaschutz-Konvention
Die Vertragsstaatenkonferenz zur UN-Klimaschutz-Konvention findet erstmalig in Polen, in der Stadt Poznan, statt. Die Climate-Change-Talks, als Verhandlungsrunden aller am Kyoto-Protokoll beteiligten Staaten, werden dieses Jahr in Bangkok (Thailand), Bonn (Deutschland), Accra (Ghana), sowie ebenfalls in Poznan (Polen) durchgeführt.
- UN-Biodiversitätskonvention
Das neunte Treffen zur UN-Biodiversitätskonvention wird in Bonn (Deutschland) durchgeführt. Gleichzeitig findet auch die vierte Folgekonferenz zum Cartagena-Protokoll dort statt.
- Weltwüstenkonferenz
Das jährliche Treffen des Komitees zur Überwachung der Beschlüsse der Weltwüstenkonferenz der UN findet in Istanbul (Türkei) statt. Es ist das siebte Treffen dieser Art.
- Marrakesch-Prozess
Zum Marrakesch-Prozess werden in diesem Jahr drei Regionalkonferenzen abgehalten. Zu Nord-, Lateinamerika und der Karibik findet die Konferenz in den USA statt, zu Asien und dem pazifischen Raum in den Vereinigten Arabischen Emiraten und zu dem Kontinent Afrika in Südafrika.
- G8 Treffen in Toyako
Das 2008er Treffen der G8 fand vom 7. bis 9. Juli in Toyako, Japan statt. Neben den bekannten Outreach Staaten Brasilien, Mexikon, China, Südafrika und Indien waren außerdem u.a. Australien, Indonesien und Korea eingeladen. Die Hauptthemen des Gipfeltreffens waren Weltwirtschaft, Umwelt und Klimawandel, Entwicklung und Afrika, sowie außen- und sicherheitspolitische Themen.
Umwelt und Klimawandel
Anders als in den Jahren zuvor, legten sich die G8-Staaten bei dieser Konferenz auf eine Halbierung des CO2-Ausstoßes bis 2050 fest. Es wurde jedoch nicht der Vergleichszeitraum genannt.Dabei werden Unterschiede zwischen den entwickelten und den Entwicklungsländern berücksichtigt.
Die G8 sind sich bewusst, dass die Klimaerwärmung alleine nicht mehr zu stoppen ist. Die Einbindung Indiens, Chinas und anderer großer Schwellenländer hat nun Priorität. Mit dem vereinbarten Klimaziel wollen die G8 in die Verhandlungen über das nächste Klimaabkommen Ende 2009 in Kopenhagen gehen.
Des Weiteren einigten sich die G8 über die Einrichtung eines Klimafonds bei der Weltbank ("Climate Investment Funds"), für den sie Zusagen in Höhe von etwa 6 Mrd. US-$ gemacht haben.
Entwicklung und Afrika
Das Erreichen der Millenniumentwicklungsziele sowie Wachstum und Entwicklung in Afrika waren die zentralen Themen der japanischen G8-Präsidentschaft;
Die Zahl der Hungernden soll bis 2015 halbiert werden;
Die Erfüllung der in Gleneagles und Heiligendamm abgegebenen Versprechungen wurde bekräftigt.
Finanzkrise
Die Finanzmarkt-Aufsichtsbehörde „BaFin“ rechnet Ende März mit Verlusten der deutschen Finanzinstitute infolge der von den USA ausgehenden Finanzkrise von 43 bis 60 Mrd. US-$. Im Zuge der Turbulenzen bei der „Mittelstandsbank IKB“, die unter führender Beteiligung der „Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)“ mit insgesamt mehr als 8,5 Mrd. € vor der Insolvenz bewahrt werden muss, legt die KfW-Vorstandsvorsitzende ihr Amt nieder. Für die Deutsch Bank fielen wegen der Finanzkrise 2007 Wertberichtigungen in Höhe von 2,3 Mrd. € an, im 1. Quartal 2008 weitere 2,5 Mrd. €; die WestLB meldet Anfang April einen Abschreibungsbedarf für 2007 von 1,6 Mrd. €, die BayernLB von 4,3 Mrd. €.
Neuordnung der Entwicklungshilfe
Laut Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erhalten nur noch 57 Partnerstaaten (vorher waren es 70) bilaterale Hilfe, der Schwerpunkt liegt weiterhin auf den Gebieten Afrikas südlich der Sahara. Nach OECD-Angaben leistet Deutschland mit 12,3 Mrd. US-$ im Jahr 2007 neben den USA am meisten Entwicklungshilfe. Der Anteil der staatlichen Entwicklungshilfe am Bruttonationaleinkommen beläuft sich auf 0,37%.
NOKIA verlässt Bochum
Die Bekanntgabe der Schließung des Werkes in Bochum durch den finnischen Mobilfunkhersteller NOKIA sowie die Verlagerung der dortigen Produktion nach Rumänien sorgt für heftige Proteste. In diesem Jahr hatte NOKIA einen Rekordgewinn von 7,2 Mrd. € zu verbuchen. Rund 2300 Arbeitsplätze gehen verloren.
- In den Städten Berlin, Hannover und Köln werden sogenannte "Umweltzonen" in den Stadtzentren eingerichtet, die nur noch von Autos mit geringem Schadstoffausstoß befahren werden dürfen.
- Acht Jahre nach der durch den Tanker "Erika" verursachten Ölkatastrophe vor der bretonischen Küste werden 15 Firmen und Einzelpersonen zu insgesamt 192 Millionen Schadenersatz verurteilt. Im größten Umweltprozess in der Geschichte der französischen Justiz werden erstmals neben dem wirtschaftlichen Schaden auch die Verschmutzung des Meeres und der Umwelt berücksichtigt.
- Der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Dietrich Gerlichs, tritt von seinem Amt zurück. Im November 2007 war das Kinderhilfswerk wegen des Vorwurfs der Verschwendung und des unsachgemäßen Umgangs mit Spendengeldern in die Kritik geraten. Die Vorsitzende von UNICEF Deutschland, die frühere Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Heide Simonis, hatte schon wenige Tage zuvor nach Differenzen mit Gerlichs ihr Amt aufgegeben. Am 20. Februar wird dem deutschen UNICEF-Komitee das vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) verliehene Spendensiegel aberkannt. UNICEF ändert seine Geschäftspraxis und erhält im Jahr 2010 sogar den anerkannten Transparenzpreis, der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers veregeben wird.
- Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union beschließen beim EU-Gipfel in Brüssel die Gründung einer Mittelmeerunion, um die Beziehungen zu den nicht europäischen Mittelmeeranrainern zu verbessern.
- Eröffnung der 12. UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) in der ghanaischen Hauptstadt Accra. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mahnt angesichts steigender Lebensmittelpreise vor einer Eskalation der Gewalt unter den Ärmsten der Armen.
- Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) eröffnet in Bonn die UN-Biodiversitätskonferenz, an der rund 6.000 Fachleute aus aller Welt teilnehmen. Schwerpunktthemen sind Programme zum Schutz von Wäldern und Meeren sowie die Einrichtung eines weltumfassenden Netzes von Schutzgebieten.
- Nach tagelangen fremdenfeindlichen Übergriffen auf Zuwanderer aus Nachbarländern, bei denen mehr als 60 Menschen ermordet werden, befiehlt der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki den Einsatz der Armee.
- Der Deutsche Bundestag billigt den ersten Teil des im Dezember 2007 von der Bundesregierung verabschiedeten Klimapakets. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung soll in Deutschland bis 2020 auf mindestens 30 Prozent erhöht werden. Bis zur Mitte des Jahrhunderts könnte so rund die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt werden.
- Das Oberste Gericht in Washington erklärt die Militärtribunale im amerikanischen Gefangenenlager Guantanamo für verfassungswidrig. Die Häftlinge in Guantanamo haben das Recht, ihre Gefangenschaft vor US-Zivilgerichten anzufechten.
- In Simbabwe ruft Oppostionsführer Morgan Tsvangirai in einem eindringlichen Appell zu einem Ende der Gewalt auf und bekräftigt seine Forderung nach Stationierung bewaffneter UN-Truppen im Land. Tsvangirai hatte nach wochenlangen Angriffen auf seine Anhänger durch die Schlägertrupps des Präsidenten Robert Mugabe einige Tage zuvor erklärt, er werde an der Stichwahl zum Präsidentenamt nicht teilnehmen. Weder Mugabe noch Tsvangirai hatten im ersten Wahlgang Ende März die absolute Mehrheit erreicht. Mugabe läßt sich am 27. Juni als alleiniger Kandidat bei einer "Stichwahl" bestätigen und wird auf fünf weitere Jahre als Staatspräsident vereidigt.
- Feierliche Gründung der Mittelmeerunion in Paris. Der neuen Organisation gehören neben den 27 EU-Staaten 17 Anliegerstaaten des Mittelmeers an.
- In Belgrad wird der wegen Völkermords gesuchte ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic verhaftet. Karadzic wird für das Massaker von Srebrenica im Juli 1995 verantwortlich gemacht. Am 30. Juli wird er an das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ausgeliefert.
- In Genf scheitern die Gespräche der Welthandelsorganisation WTO über ein neues Abkommen zur Liberalisierung des Welthandels. Anlass ist ein Streit zwischen den USA und Indien über den Import von landwirtschaftlichen Gütern.
- Das Aidsprogramm UNAIDS der Vereinten Nationen stellt in New York den Weltaidsbericht 2008 vor. Er verzeichnet wesentliche Fortschritte in der Prävention und der Behandlung der Immunschwäche-Krankheit. Dennoch infizieren sich rund 2,7 Millionen Menschen jedes Jahr neu, etwa zwei Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr an dieser Erkrankung verstorben. In Afrika ist Aids die häufigste Todesursache.
- Im Konflikt um die nach Unabhängigkeit von Georgien strebenden Provinzen Südossetien und Abchasien kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Georgien und Russland. Am 26. August erkennt Russland die beiden abtrünnigen Provinzen als eigenständige Staaten an. Dies wird von den USA, der EU und der NATO als Bruch des Völkerrechts bewertet.
- In Angola findet die erste Parlamentswahl seit 16 Jahren statt. Aus der Wahl geht die seit 29 Jahren regierende ehemals kommunistische MPLA als Sieger hervor. Sie erhält rund 82 Prozent der Stimmen
- Nach der Insolvenz der amerikanischen Investmentbank Lehmann Brothers und dem Notverkauf der ebenfalls angeschlagenen Investmentbank Merrill Lynch an die Bank of America kommt es zu weltweiten Einbrüchen der Aktienmärkte.
- Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags stimmen mit großer Mehrheit für die Verlängerung des bewaffneten Einsatzes der Bundeswehr vor der libanesischen Küste und für die Teilnahme an den beiden internationalen Friedensmissionen im Sudan.
- Das amerikanische Repräsentantenhaus lehnt zunächst das von der Regierung vorgeschlagene 700 Milliarden US-Dollar umfassende Rettungspaket für das amerikanische Finanzsystem ab. Im zweiten Abstimmungsanlauf am 3. Oktober wird das Hilfspaket schließlich genehmigt.
- Der Zusammenbruch der Münchener Immobilienbank Hypo Real Estate wird durch ein 35 Milliarden Euro teures Hilfsprogramm der Bundesregierung und einiger anderer Banken verhindert.
- Auf einem Gipfeltreffen in Paris beschließen die europäischen Staats- und Regierungschefs einen "Schutzschirm" für das gesamte Bankensystem. Diese Hilfe soll nur für eine Übergangszeit gelten und bezieht ausdrücklich auch zahlungsfähige Banken mit ein.
- Mit großer Mehrheit billigt der Deutsche Bundestag die Verlängerung und Ausweitung des Afghanistan-Mandats der Bundeswehr. Das Mandat wird um 14 Monate verlängert und gestattet künftig den Einsatz von bis zu 4.500 Bundeswehrsoldaten.
- Das irakische Parlament stimmt dem Sicherheitsabkommen zwischen dem Irak und den USA zu. Es sieht einen Abzug der amerikanischen Truppen bis spätestens 2011 vor.
- Die EU einigt sich nach langen Verhandlungen auf Klimaziele für die europäische Automobilbranche. Die Hersteller haben bis 2015 Zeit, um den Grenzwert von 120 g Kohlendioxid je Kilometer für Neuwagen zu erfüllen.
- Die EU-Außenminister beschließen die Militärmission "EU Navor Somalia-Atalanta". Es ist der erste militärische Marineeinsatz in der Geschichte der EU. Ziel ist es, der Piraterie vor den Küsten Somalias Einhalt zu gebieten und die Sicherheit für Handelsschiffe zu erhöhen
- In Simbabwe trifft eine ranghohe Delegation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein. Präsident Mugabe hatte einige Tage zuvor nach langem Zögern um Hilfe bei der Bekämpfung der sich immer schneller ausbreitenden Cholera-Epidemie gebeten. Bis Anfang Dezember sind nach Schätzungen der WHO knapp 14.000 Menschen an der Seuche erkrankt und mindestens 600 gestorben.
- Der alternative Nobelpreis wird in Stockholm/Schweden unter anderem der deutschen Ärztin Monika Hauser verliehen. Hauser ist Gründerin der Hilfsorganisation "medica mondiale", die sich in Krisengebieten vor allem um traumatisierte und vergewaltigte Frauen kümmert.
- In Passau wird der Leiter der Polizeidirektion vor seiner Haustür niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Der Täter wird im rechtsextremen Lager vermutet, da das Opfer für sein konsequentes Vorgehen gegen Rechtsradikale bekannt ist.
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