Das Jahr 2011

Tsunami in Japan und Energiewende in Deuschland

Ein Seebeben vor der Küste löst gewaltige Überschwemmungen aus, die ganze Ortschaften an der Küste unter sich begraben. Im Atomkraftwerk Fukushima ereignet sich ein Nuklearunfall, infolge eines Ausfalls des Kühlsystems. Die japanischen Behörden, sowie auch die Betreiberfirma Tepco sind völlig überfordert. Über das Ausmaß der Katastrophe herrscht wochenlang Unklarheit. Ganze Gebiete in Japan werden radioaktiv verstrahlt.

 

 

Kurz darauf verkündete die deutsche Bundesregierung ein dreimonatiges Atom-Moratorium und die Absicht, die erst ein halbes Jahr zuvor beschlossene Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke in Teilen rückgängig zu machen und die Ältesten der 17 Kernreaktoren früher als im rot-grünen Atomkonsens des Jahres 2000 festgelegt endgültig abzuschalten. Im Sommer 2011 beschloss der Bundestag einen Atomausstieg. Am 6. Juni 2011 entzog die Bundesregierung den sieben ältesten deutschen Kernkraftwerken sowie dem Kernkraftwerk Krümmel die Betriebserlaubnis und beschloss den stufenweisen Atomausstieg bis 2022.


 

Der Weltgarten: Ein Riesenerfolg im Kölner Zoo

 

Der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters und die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Angelica Schwall-Düren haben am 16. Oktober 2011 die Tore der Ausstellung „Weltgarten“ im Kölner Zoo geschlossen. Seit Ostern 2011 wurde die Ausstellung dort von mehreren hundertausend Gästen besucht. Fast 30 Schulklassen haben  den Weltgarten für ein Lernprogramm genutzt. Unter Schirmherrschaft der beiden Politiker präsentierte der Weltgarten den Zoobesuchern überraschende Fakten zur Globalisierung. Außerdem stellten Woche für Woche 28 Eine-Welt-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen aus Köln und Umgebung ihre Projekte vor. Insgesamt haben über 200 ehrenamtlich Aktive am Weltgarten mitgewirkt.

 

Dietmar Bär und Zoodirektor Theo Pagel bei der Eröffnung

 

„Wir freuen uns sehr über die große Resonanz, die der Weltgarten in Köln hatte“ sagt die Projektleiterin Barbara Engels. „Die Zusammenarbeit und die Gastfreundschaft hier im Zoo war einfach großartig!“ Der Standort im Kölner Zoo war mit Bedacht gewählt: Eine Station des Weltgartens informiert über den Rohstoff Koltan, der in jedem Handy steckt. Durch den Abbau von Koltan im Regenwald im Kongo wird der Lebensraum der letzten Gorillas akut bedroht. Der Kölner Zoo ruft deshalb seit langem dazu auf, Handys länger zu nutzen und zu recyceln. „Das 1,5 Meter große Handy mit den Infos zum Kongo werden wir weiter hier im Zoo zeigen können“ freut sich Zoodirektor Theo Pagel.


 

Vision 2030: Die Landeskonferenz 2011

 

Über 220 TeilnehmerInnen und Teilnehmer diskutierten am 17. und 18. Juni in Münster die Vergangenheit und die Zukunft des Eine-Welt-Engagements. Kooperationspartner der Konferenz waren das UNEP/Wuppertal Institut Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) sowie die katholisch-soziale Akademie Franz Hitze Haus.

 

Hier geht es zur Dokumentation.

 


 

Jubel in Herne

 

Seit dem 4. Juni 2011 ist die Stadt Herne offiziell die 1000. Fairtrade Town der Welt. Vor geladenen Gästen in der gut besuchten Maschinenhalle an der Künstlerzeche Unser Fritz nahmen Bürgermeisterin Birgit Klemczak und die Mitglieder der Steuerungsgruppe des „Fairtrade Town“ - Projektes, die die Veranstaltung organisierten, die Auszeichnung entgegen.

 

Seit 1973 unterstützt Herne den fairen Handel in der Welt mit dem Welt-Laden, der zu den ältesten in Deutschland zählt. 1976 begann das Eine Welt Zentrum, über die Zustände der globalen Konsumwelt aufzuklären und zu informieren. Der Herner Umwelttag und die faire Woche sind nur zwei weitere von unzähligen Fairtrade-Projekten in der Stadt. „Es gibt keine Region, wo sich die Initiativen so bündeln wie im Ruhrgebiet“, betont Overath noch mal in seiner Ansprache. Die Auszeichnung sei deshalb vor allem ein Ansporn nicht nachzulassen.  


 

Bundesverdienstkreuz für Manfred Holz

 

Unser ehemaliges Vorstandsmitglied erhielt am 30. Juni 2011 das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Manfred Holz gehört zu den aktivsten und engagiertesten Menschen, die den Fairen Handel in Deutschland bekannter gemacht haben. Stets hat er sich mit kreativen Ideen und viel Begeisterung daran beteiligt, den Fairen Handel für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland erlebbar zu machen. Mit unserem Mitgliedszentrum, der Neusser Eine-Welt-Initiative NEWI setzt er sich seit 1990 zusammen mit weiteren Engagierten aus 30 Organisationen für den Fairen Handel ein. Bis zum Sommer 2011 war Manfred Holz engagiertes Mitglied im Vorstand des Eine Welt Netz NRW.

 


 

Neue Blumenausstellung aus Münster

 

„fair flowers“ ist der Titel der neuen Wanderausstellung zum Thema Arbeitsbedingungen in der internationalen Blumenindustrie von Vamos e.V. Anschaulich, erstaunlich, manchmal erschreckend kleidet die Ausstellung die Facetten der globalen Blumenproduktion in eine optisch ansprechende Darstellung, welche die widersprüchlichen Aspekte des Themas aufgreift. Große Bildformate, Multimedia- und Entdeckungselemente machen den Ausstellungsbesuch zu einem besonderen Erlebnis. Die Ausstellung steht zur Ausleihe im deutschsprachigen Raum zur Verfügung. Ergänzend gibt es Kampagnenmaterialien, welche z. B. die pädagogische Arbeit mit der Ausstellung unter Aspekten des Globalen Lernens ermöglichen.

www.vamos-muenster.de


 

Erfolgreicher Wettbewerb für Bildungsprojekte

 

Zehn Projekte kamen durch: Sie wurden im Jahr 2009 aus über 70 Entwürfen für innovative Bildungsprojekte zur Nachhhaltigkeit ausgewählt. Der bundesweite Wettbewerb wurde vom Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Landesnetzwerke in Deutschland (agl) ausgerichtet. Die ausgewählten Projekte erhielten vom Hauptförderer, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Fördermittel für die Umsetzung der Ideen. Im Jahr 2011 wurde geprüft, ob sie ihre Versprechen halten konnten. Das Ergebnis der Bildungsexperten ist positiv: manches kam anders als erwartet, aber funktioniert haben sie alle.

 

Zum Beispiel beim Kölner „Tatort e.V.“: Unter Mitwirkung der Schauspieler Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt hat das Projekt „Vernetzte Erde“ Schüler ermutigt, sich auf kreative Weise mit den Philippinen sowie Umwelt und Entwicklung zu befassen. Einem Schüler ermöglichte das Projekt sogar eine Recherchereise nach Manila: Das Ergebnis waren beeindruckende Kurzfilme, die von anderen Schülern auf der Website www.vernetzte-er.de betrachtet und in ihre Arbeiten aufgenommen wurden.

 

Weitere erfolgreiche Projekte waren ein Klima-Parcours in einem Hanf-Feld bei Münster, deutsche und französische Schüler als „rasende Energie-Reporter“ und ein neuer Ausbildungsgang für ehrenamtliche Weltladen-Mitarbeiter im Münsterland. Eine Kartoffel-Kampagne des Osnabrücker Vereins Help Age fand großen Anklang in Restaurants. Als besonders innovativ lobten die Experten die Idee, den Klimawandel mit Studenten der Kunsthochschule Dhaka aus Bangladesch im Kölner Straßenkarneval zu präsentieren.

 


Arabischer Frühling

Wochenlange Demonstrationen in Ägypten gegen das autoritäre Mubarak-Regime führen dazu, dass diese Regierung nach 30 Jahren abgelöst wird. Neue soziale Kommunikationsplattformen im Internet begünstigen diesen Prozess, da sie eine ungehinderte, dem Einfluss des autoritären Regimes entzogene, Form der Kommunikation ermöglichen.

 

Die Revolution in Ägypten weitet sich auch auf andere Länder in Nordafrika aus, so z.B. nach Libyen. Nach monatelangen Kämpfen zwischen dem Gaddafi-Regime und den Aufständischen, die von der Nato Luftunterstützung erhalten, wird der Diktator getötet. Damit endet auch diese Revolution zu Gunsten der reformatorischen Kräfte.


  • Das Treffen der Vertragsstaaten zur UN-Klimarahmenkonvention, sowie das Treffen der Staaten, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben, findet in Durban (Südafrika) statt.
  • Die USA töten bei einer gezielten militärischen Kommandoaktion in Pakistan Terroristenführer Osama bin Laden.
  • Im Rahmen der Proteste gegen die durch die Finanzwirtschaft ausgelöste Krise formiert sich mit "Occupy" eine neue Form der Protestbewegung. Zunächst besetzen einige hundert Aktivisten einen Park in der Nähe der New Yorker Wall Street. Interessant an dieser Bewegung ist, dass sie weder eine klare Führung aufweist, noch einer politischen Forderung folgt. Ihre Aussage ist: „Wir sind die 99%“(Womit auf die ungleiche Verteilung von Finanzmitteln angespielt wird). Dieser Protest breitet sich von New York innerhalb weniger Wochen um die ganze Welt aus. In fast allen Industrieländern bilden sich Protestcamps.
  • Die Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erschießen sich nach einem missglückten Banküberfall. Ihre Komplizin Beate Zschäpe stellt sich der Polizei, nachdem sie die gemeinsam bewohnte Wohnung in die Luft gesprengt hat. In der Folge gibt es immer neue Enthüllungen über den rechten Terrorismus dieser Gruppe, die jahrelang unbemerkt von den Behörden agieren konnte. Insgesamt wurden durch die Gruppe 10 Menschen getötet. In diesem Zusammenhang werden auch Pannen der Landespolizeibehörden und des Verfassungsschutzes deutlich.
  • Bei der internationalen Afghanistan-Konferenz der Außenminister geht es unter anderem um zivile Aspekte der Verantwortungsübergabe bis 2014 und den politischen Prozess, der das Land dauerhaft stabilisieren soll.
  • Mit dem Friedensnobelpreis werden drei Vorkämpferinnen für Demokratie und Frauenrechte geehrt. Die jemenitische Journalistin Tawakkul Karman, Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf und die liberische Aktivistin Leymah Gbowee. Karman ist Vorsitzende von „Journalistinnen ohne Ketten“ und engagiert sich für Pressefreiheit im Jemen. Sirleaf ist die erste frei gewählte Präsidentin Afrikas. Gbowee ist Gründerin einer Bewegung, die sich dem gewaltfreien Protest verschrieben und damit zum Ende des Bürgerkriegs beigetragen hat.
 
  Erstellt/Aktualisiert am 15.04.2013
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