Zertifikate/Siegel

Konsumenten, die ökologisch und sozialverträglich einkaufen wollen, brauchen glaubwürdige Informationen zu den Produkten. Die Transparenz der Produktionskette und eine unabhängige Kontrolle sind die Grundlage für ein glaubwürdiges Siegel. Im Rahmen der Zertifizierung werden Standards gesetzt und deren Einhaltung kontrolliert. Immer mehr Unternehmen lassen ihre Produkte hinsichtlich sozialer und ökologischer Kriterien zertifizieren und tragen ein entsprechendes Siegel. Im Folgenden stellen wir eine Auswahl an Siegeln vor, die für die Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards stehen. Weitere Einzelheiten zu den Standards der Siegel erfahren Sie auf den jeweiligen Internet-Seiten.

 

Weitere Siegel für faire Bekleidung sind in der Broschüre "WearFair - ein Wegweiser durch den Label-Dschungel bei Textilien" der Christlichen Initiative Romero zu finden.

 

Mehr Siegel in verschiedenen Produktgruppen, auch mit Umweltkriterien, können auf der Homepage des Kompass Nachhaltigkeit gesucht werden.

Fairtrade

Seit 1992 arbeitet TransFair in Deutschland für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von benachteiligten Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika. Durch die gerechtere Gestaltung der Handelsbeziehungen zu den Produzenten in den Ländern des Südens, soll dort die Binnenwirtschaft gestärkt und langfristig ungerechte Weltwirtschaftsstrukturen abgebaut werden. TransFair vergibt das Siegel an fair gehandelte Produkte, die in Deutschland nach den Kriterien der Fairtrade Labelling Organisation International (FLO-I) vertrieben werden. Zu den wichtigsten Kriterien gehören der direkte Handel mit den Produzentengruppen unter Ausschluss von Zwischenhändlern, die Zahlung von Mindestpreisen, die über dem Weltmarktniveau liegen, die Zahlung von Prämien, die Vorfinanzierung sowie langfristige Lieferbeziehungen. Außerdem sollen die Betriebe möglichst umweltverträglich arbeiten.

Fairtrade Deutschland ist für das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit hierzulande zuständig. Der Umsatz fair gehandelter Waren mit dem Fairtrade-Siegel hat sich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt: waren es 2005 noch ca. 70 Millionen Euro, konnte TransFair im Jahr 2007 auf fast 140 Millionen Euro zurückblicken. Waren mit dem Fairtrade-Siegel sind in ca. 30.000 Supermärkten und 800 Weltläden in Deutschland zu finden. 
 
Fairtrade Deutschland ist neben 17 weiteren nationalen Siegel-Organisationen Mitglied in der Fairtrade Labelling Organisation International (FLO-I). FLO International entwickelt die Fairtrade-Standards für die einzelnen Produkte. Einhaltung der Standards durch Produzenten prüft wiederum die  FLO-CERT GmbH. Weltweit lag der Umsatz von Fairtrade Produkten 2010 bei 4,36 Mrd. Euro.  

 

www.fairtrade-deutschland.de

www.fairtrade.net

Fair Wear Foundation (FWF)

Das Ziel der Fair Wear Foundation ist es, menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der weltweiten Bekleidungsindustrie zu schaffen. Die FWF wurde 1999 in den Niederlanden von Unternehmensverbänden der Bekleidungsindustrie, den Gewerkschaften und einigen Nichtregierungsorganisationen gegründet. Durch die Zusammenarbeit mit internationalen Kooperationspartnern wird eine übergreifende europäische Zertifizierung etabliert. Bekleidungsunternehmen die dem „Arbeitsverhaltenskodex der FWF“ zustimmen können Mitglied der FWF werden. Zu dem Kodex gehört u. a. die Einhaltung der ILO Kernarbeitsnormen. Die FWF zertifiziert die Einhaltung des Kodex von der Zulieferkette bis hin zum Endprodukt.

www.fairwear.nl

 

Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft

IVN Best ist ein Qualitätszeichen des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft (IVN). IVN Best zertifizierte Textilien bestehen zu 100 % aus biologisch angebauten Naturfasern. Zusätzlich zu den Kriterien, die den ökologischen Anbau und die verträgliche Verarbeitung der Stoffe regeln, sind die Betriebe auch verpflichtet festgelegte Sozialstandards einzuhalten. Diese orientieren sich an den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und beinhalten u.a. auch die Zahlung existenzsichernder Löhne. Im Vergleich zum Fairen Handel fehlen allerdings Preisaufschläge zur Finanzierung von Entwicklungsmaßnahmen und Sozialversicherungen. In jeder Produktionsstufe wird die Einhaltung der Kriterien vor Ort von der unabhängigen Zertifizierungsstelle geprüft.

 

www.naturtextil.com

Global Organic Textile Standard (GOTS)

 

Der GOTS ist ein Standard für ökologisch und sozialverträglich hergestellte Textilien. Er beinhaltet neben den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) auch Regeln zur Behandlung von Bio-Fasern und umweltverträglicher Herstellung von Textilien. GOTS-zertifizierte Textilien bestehen zu mindestens 90 % aus Naturfasern und zu mindestens 70% aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA). Dieser Standard setzt einen eindeutigen Schwerpunkt auf die ökologische Verträglichkeit der Produktion und Weiterverarbeitung von Textilien. Der arbeitsrechtliche Schutz der Arbeiter und Angestellten muss gewährleistet sein, ein eindeutig festgelegter Mindestpreis ist jedoch nicht Bestandteil der Kriterien. Die Bezahlung soll sich entweder an den jeweiligen nationalen Mindestlöhnen oder an den Lohnstandards der Industrie orientieren. Der jeweils höhere Lohn soll gezahlt werden.
 
Das Zertifikat vergeben die vier Mitgliedsorganisationen IVN (Deutschland), Soil Association (Großbritanien), Organic Trade Association (USA) und Japan Organic Cotton Association (Joca). GOTS versteht sich als ein Mindeststandard. Die Mitglieder der GOTS-Initiative können darauf aufbauend auch eigene Siegel weiterentwickeln.

 

www.global-standard.org

Fair Stone Agentur für globale Verantwortung

 

Fair Stone ist ein internationaler Umwelt- und Sozialstandard für Natursteinimporte aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Ziel ist die Verbesserung von Arbeitsbedingungen in Steinbrüchen und weiterverarbeitenden Betrieben. Fair Stone will damit den nachhaltigen und fairen Handel in der globalen Natursteinbranche fördern.

 

www.fairstone.win--win.de

Siegel für Natursteine Xertifix

„Xertifix“ heißt ein Siegel, das für sauber produzierte Grabsteine und Steinimporte aus Indien bürgt. Das Siegel wird von dem gemeinnützigen Verein Xertifix-Deutschland vergeben, der 2006 ins Vereinsregister Freiburg eingetragen wurde. Das Siegel „Xertifix“ kennzeichnet Produkte, die ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Ziel des Vereins ist es, die Einhaltung von sozialen Mindeststandards zu überprüfen und damit die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern.

 

www.xertifix.de

Siegel für Holz Forest Stewardship Council

 

Der Forest Stewardship Council (FSC) wurde 1993 als internationale nichtstaatliche gemeinnützige Organisation in Mexiko gegründet. Heute befindet sich der Sitz der internationalen Organisation in Bonn, das Büro von FSC Deutschland in Freiburg. Der FSC setzt sich für eine umweltgerechte, sozialverträgliche und ökonomisch tragfähige Nutzung der Wälder weltweit ein. Unterstützt wird die Organisation von Umweltorganisationen ,Gewerkschaften, Interessensvertretern indigener Völker sowie zahlreicher Unternehmen aus der Forst- und Holzwirtschaft unterstützt. Aus den entwickelten Bewirtschaftungsstandards einer verantwortungsvollen Waldwirtschaft wurden Mechanismen für die Vermarktung von entsprechend erzeugten Waldprodukten abgeleitet. Wichtigstes Instrument zur Vermarktung entsprechender Produkte ist die Kennzeichnung der Produkte mit dem FSC-Siegel. Der FSC-Prozess wird weltweit einheitlich gehandhabt, dieser wird unabhängig von einseitigen Verbandsinteressen durchgeführt, er ist offen und transparent.


www.fsc-deutschland.de
www.fsc.org

STEP – Fairtrade Carpets

Das Label für fair gehandelte Teppiche wurde im Jahr 1995 durch fünf entwicklungspolitische Organisationen und der Interessensgemeinschaft Sauberer Orientteppichhandel (IGOT) in der Schweiz ins Leben gerufen. Teppiche mit dem STEP-Zertifikat werden unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und ohne Kinderarbeit hergestellt. Außerdem wird auf die Umweltverträglichkeit geachtet und die Produzenten bekommen einen angemessenen Preis für ihre Arbeit. Seit 2007 ist STEP ein eigenständiger Geschäftsbereich innerhalb der Max Havelaar Stiftung Schweiz, die ihrerseits Mitglied der Fairtrade Labelling Organization International ist.

 

www.label-step.org

Siegel für Teppiche GoodWeave

 

 

Ausbeuterische Kinderarbeit gehört zu den größten sozialen Problemen in den sogenannten Entwicklungsländern. Viele Kinder arbeiten in der Teppichindustrie in Indien oder Nepal unter den schlimmsten Bedingungen. Um diese Missstände zu beenden, wurde 1995 RugMark International e.V. gegründet. Seit Herbst 2009 vergibt der Verein das GoodWeave-Siegel an Teppich-Exporteure, die sich zur Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards verpflichten und keine Kinderarbeiter beschäftigen. Die Exporteure zahlen Lizenzgebühren, die auch für soziale Projekte eingesetzt werden: ehemalige Kinderarbeiter erhalten eine Schulausbildung und kehren in ihre Familien zurück.

 

www.goodweave.de

Naturland fair

 

Naturland gehört international zu den größten Bio-Anbauverbänden. Seit 2010 bietet Naturland seinen Mitgliedern die Möglichkeit, sich nach den Naturland fair-Richtlinien zertifizieren zu lassen. Sie wurden mit Fair-Handels-Organisationen ausgearbeitet und bauen auf der internationalen Definition und den Kerngrundsätzen des Fairen Handels auf. Das freiwillige Angebot ist eine konsequente Weiterentwicklung der „Naturland Kriterien Faire Partnerschaften“ und stellt eine Zusatzqualifizierung für Naturland zertifizierte Erzeuger und Verarbeiter dar. Die Bezeichnung „Naturland Fair Zertifizierung“ wird als Überbegriff sowohl für die Zertifizierung ganzer Unternehmen als auch für die Zertifizierung einzelner Naturland Produkte verwendet. Das Naturland Fair Zeichen kennzeichnet in beiden Fällen die Produkte. Möglich ist auch die Zertifizierung von Erzeugern und Produkten im Norden, zu den ersten Produkten mit dem Naturland fair-Zeichen gehörte Milch.

 

 

www.naturland.de

 

IMO fair for life

 

IMO ist ein Dienstleister und Zertifizierer, insbesondere im Bio-Bereich, mit Sitz in der Schweiz. Seit 2007 bietet IMO mit fair for life eine Kombination aus Bio- und Fair-Zertifizierung an. Die Kriterien basieren auf der ILO-Konvention, dem FLO Fairtrade Standard, SA 8000 und dem IFOAM Sozialstandard. Im Unterschied zu anderen Fair-Zertifizierungen beinhaltet der Standard auch Kriterien für Wildsammlung und Tourismus. Vergleichbar mit Naturland fair ist die Einbeziehung von Erzeugern aus dem „Norden“.

 

www.fairforlife.net

World Fair Trade Organisation (WFTO)

 

Die World Fair Trade Organization wurde 1989 als ein Zusammenschluss von Fair Handels-Organisationen unter dem Namen International Fair Trade Association (IFAT) gegründet. Im Februar 2009 erfolgte die Umbenennung in World Fair Trade Organisation. Die weltweit 450 Mitglieder sind Produzentengruppen oder Händler aus den sogenannten Entwicklungsländern, Händler aus dem Norden und Hilfsorganisationen, die im Fairen Handel tätig sind. Ziele der WFTO sind die Verbesserung von Marktchancen für benachteiligte Produzenten, die politische Einflussnahme im Welthandel und die Sicherstellung der Glaubwürdigkeit von Fair-Handels-Organisationen. Die Mitglieder verpflichten sich, einen Verhaltenskodex einzuhalten, der die Partizipation der Arbeiter garantiert, ausbeuterische Kinderarbeit ausschließt, angemessene Arbeitszeiten und faire Entlohnung sicherstellt. Neben den Sozialnormen enthält der Kodex auch Bestimmungen zum Umweltschutz und dem nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Die WFTO kontrolliert die Einhaltung der Kriterien über ein Monitoring-System. Haben Mitglieder das Monitoring durchlaufen, sind sie berechtigt, das Logo der WFTO in ihrer allg. Kommunikation zu nutzen. Die WFTO arbeitet mit dem "Sustainable Fair Trade Management System" (SFTMS) an einem Verfahren zur externen Zertifizierung von Produzentenorganisationen, das eine Kennzeichnung von fair gehandelten Handwerksprodukten erlauben soll.

 

www.wfto.com

Ecocert ESR (Equitable, Solidaire, Responsable)

Ecocert ist der größte Bio-Zertifizierer Frankreichs: 80% des französischen Bio-Marktes und 30% weltweit werden durch Ecocert kontrolliert. Mit dem Label Ecocert ESR/Ecocert fair trade werden Produkte gekennzeichnet, die nicht nur umweltverträglich hergestellt werden, sondern auch unter sozial gerechten Bedingungen produziert und gehandelt werden. In die Entwicklung der Kriterien wurde die „Definition des Fairen Handels“ des Fairtrade-Netzwerkes FINE einbezogen, die Kernarbeitsnormen der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) und die Vorgaben der Association Française de Normalisation (Zusammenschluss der französischen Zertifizierungsorganisationen) als Grundlage genommen. Seit dem Jahr 2007 ist der Ecocert ESR-Standard durch die Plate-Forme pour le Commerce Équitable (Plattform für Fairen Handel, Frankreich) als Fairhandels-Standard anerkannt.

 
www.ecocert.com

 
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