"White Charity" kritisiert Spendenplakate

Timo Kiesel, Initiator des Projektes "White Charity", war Hauptredner auf unserer Fundraising-Tagung des Jahres 2010. Er untersucht Strategien von Spendenwerbung für Entwicklungs-projekte und kritisiert die verwendeten Stereotype über Schwarze Menschen.

 

Jetzt hat er einen Film über Klischees in Plakatwerbung veröffentlicht, dessen Premiere beim One World Berlin Filmfestivals ein großer Erfolg war und den man hier ansehen kann: whitecharity.de

Studientag Fundraising 2010

Am 3. und 4. Mai fand der siebte Studientag Fundraising für Umwelt und Entwicklung in Münster statt.

 

Hier hat das Franz Hitze Haus die Beiträge zum Studientag dokumentiert.

 

Hier finden Sie das Programm des Studientags [ 240 KB]

 

Der achte Studientag Fundraising ist am 21. und 22. Februar 2011.

 

 

Klischees zu Afrika in der Spendenwerbung

Schwerpunkt der Diskussion des Studientags war das Bild von Afrika, das in der Spendenwerbung vermittelt wird. Es gibt einen Zielkonflikt geben zwischen der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und dem Fundraising: Während die einen Klischee-Vorstellungen z.B. von armen Kindern in Afrika abbauen wollen, zeigen die anderen ebendiese Klischees, um zum Spenden zu motivieren.

 

Das führt in entwicklungspolitischen Organisationen zu Diskussionen und Streit – wenn es gelingt, diesen Konflikt konstruktiv auszutragen, im Sinne von „Fundraising ist Development Work“.

Es führt zu Konkurrenz und zur Entfremdung zwischen Abteilungen bis hin zum arbeiten gegeneinander, wenn die Leitung der Organisation schläft oder sie gar nicht existiert.

 

Grund genug, sich damit zu befassen. Beide Bereiche sind unverzichtbar, und die Ressourcen von Organisationen sind zu kostbar, um sie im destruktiven Verhalten zu verschwenden.

Welche Pole gilt es miteinander zu vereinbaren?

Das Bildungskonzept Globales Lernen will zu Weltoffenheit und Empathie erziehen. Man vermittelt Inhalte und versteht sich als pädagogische Antwort auf Globalisierungsprozesse.  Dabei wird versucht, vom heute üblichen Kategoriendenken (Erste Welt, zweite Welt, dritte Welt) wegzukommen.

 

Klischees sollen vermieden werden: in Afrika sind  nicht alle Menschen arm und hungrig, nicht alle Menschen leben in Lehmhütten unter dem Baobab, nicht alle Menschen sind Opfer von Dürren oder Kriegen, nicht alle Kinder sind Kindersoldaten oder Straßenkinder, nicht alle Afrikaner trommeln den ganzen Tag oder tanzen und singen fröhlich auf dem Dorfplatz, und überhaupt: Afrika hat 53 Staaten und rund eine Milliarde Einwohner, die rund 50 größere Sprachen beherrschen.

 

Globales Lernen zeigt Probleme und Perspektiven der Entwicklung in Afrika und macht deutlich, wo der Zusammenhang besteht zwischen nachhaltiger Entwicklung in Afrika und Europa.

 

Der andere Pol ist das Fundraising. Hier gilt die Devise: Open their hearts, open their minds, open their checkbooks. Spenden-Appelle müssen zuerst an Gefühle appellieren, wenn sie erfolgreich sein wollen. Fundraising muss sich daran orientieren, wie die Menschen handeln, nicht wie sie handeln sollten. Fundraising orientiert sich an Erfahrungen: was gut funktioniert, wird in Variationen wiederholt.  Was scheitert, darf nicht wiederholt werden.

 

Fundraising muss konkreten Nutzen anbieten:  "Für 30 Euro können sie einem Afrikaner das Augenlicht retten. Für 80 Euro kann man 80 Kinder in Afrika gegen Masern impfen…"

 

Fundraising muss verdeutlichen, dass Hilfe gebraucht wird und dass sie dringend ist. Fundraising muss leicht verständliche Botschaften haben:  Nicht kompliziert, nicht langwierig, nicht widersprüchlich. 

Ist es zu schaffen, beide Pole konstruktiv miteinander zu verbinden? 

Diese Frage wurde kontrovers und engagiert diskutiert. Den Teilnehmer/innen der Podiumsdiskussion sei noch einmal herzlich gedankt:

 

Timo Kiesel, Initiator des Projektes "White Charity". Er untersucht Strategien und Wirkungen von Spendenwerbung in der Entwicklungszusammenarbeit. Er dokumentiert die verwendeten Stereotypen über Schwarze Menschen und diskutieren welches Weiße Selbstbild hinter den Plakaten steht.

 

Veye Tatah aus Dortmund ist Unternehmerin, Journalistin, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, Informatikerin und Mit-Herausgeberin der Zeitschrift „Africa Positive“.

 

Rahim Diallo arbeitet in NRW als Koordinator für Migration und Entwicklung.  Er  organisiert  eine Reihe von Regionalkonferenzen für die Vernetzung von afrikanischen Vereinen.

 

Richard Nawezi aus Münster arbeitet als Künstler und Journalist, u.a. mit einer eigenen Radiosendung im Bürgerfunk.  Richard Nawezi ist Leiter von kitunga.projekte und Vorsitzender von Mutoto e.V., der Projekte im Kongo unterstützt. Somit kennt er die Zwickmühle aus eigener Erfahrung: sich morgens über Afrika-Klischees ärgern, abends Spenden selber sammeln.

 

Dr. Thomas Kreuzer ist Leiter der Fundraising Akademie, der Ausbildungsstätte für professionelle Spendenwerber. Fundraising-Manager lernen dort die Regeln des Geschäfts. Er lehrt, wie man ohne Klischees und Herzschmerz erfolgreich Spenden einwirbt.

 

Hier finden Sie mehr Informationen zu den Angeboten der Fundraising Akademie.

 
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