Das war die Bits & Bäume NRW 26
Die Bits & Bäume NRW 2026 fand am 5. und 6. März 2026 im Maker Space der Universität Bochum statt und wurde organisiert vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Münster, dem Eine Welt Netz NRW e.V. und dem Center for Advanced Internet Studies (CAIS) und war mit über 85 Teilnehmenden aus Nachhaltigkeit, Bildung, IT und Wissenschaft ein großer Erfolg.
Zwei Tage lang herrschte eine sehr familiäre und konstruktive Atmosphäre, die für intensivem Austausch und zur Vernetzung genutzt wurden. Im Mittelpunkt stand der erste Bits & Bäume‑Forderungskatalog für eine nachhaltige Digitalisierung, der sich mit klaren Handlungsempfehlungen an die Landespolitik in NRW richtet.
Der Katalog zeigt auf, wie digitale Transformation künftig gestaltet werden kann: Er fordert mehr ökologische Verantwortung, etwa durch energieeffiziente Rechenzentren, ressourcenschonende IT‑Infrastrukturen und transparente Lieferketten. Ebenso betont er die Bedeutung sozialer Gerechtigkeit, etwa im Kampf gegen digitale Gewalt, für faire Arbeitsbedingungen entlang globaler Wertschöpfungsketten und für mehr Beteiligung benachteiligter Gruppen. Und nicht zuletzt plädiert er für digitale Souveränität – mit offenen Software‑Lösungen, selbstbestimmtem Umgang mit Daten und gemeinwohlorientierten digitalen Infrastrukturen.
Diese Themen spiegeln zugleich das zentrale Anliegen der Bewegung wider: Nachhaltige Digitalisierung muss ökologische, gesellschaftliche und demokratische Dimensionen verbinden. Der Katalog wurde in Workshops vertieft und unter der Leitfrage “Zwischen Tech-Abhängigkeit und Gemeinwohl: Wie gelingt nachhaltige Digitalisierung in NRW?”, unter der Moderation von Dr. Anne Mollen lebhaft diskutiert. Zu Gast waren dafür Julia Eisentraut (Bündnis 90/Grüne), Dr. André Ullrich (Weizenbaum Institut), Rainer Rehak (Vertreter von Bits & Bäume) und Dr. Lea Beiermann (Zentrum Digitale Souveränität, ZenDiS).
Am zweiten Tag rückte das gemeinsame Handeln in den Vordergrund: In praxisnahen Workshops entwickelten die Teilnehmenden kreative Projektideen, darunter „Sophie im Ohr“, ein Inklusionsprojekt für barrierefreie Kommunikation, eine Vorlage zur verantwortungsvollen KI‑Implementierung in Organisationen sowie ein Community‑Helpdesk, der Wissen zu nachhaltiger Software und Hardware zugänglich macht.
Ein weiteres zentrales Ergebnis der Konferenz ist das begleitende Handbuch “Transformative ecocultural methodology: Academia, civil society, and education collectively shaping digitalization and AI more sustainable” (von Prof. Dr. S. Kannengießer, A. Glawatzki und Dr. J Schmitt.), das aufzeigt, wie Wissenschaft, Bildung und zivilgesellschaftliches Engagement gezielt zusammenwirken können, um Digitalisierung gerecht und zukunftsfähig zu gestalten. Mit seinem Ansatz der transdisziplinären, ökokulturellen Methodologie unterstreicht es die Relevanz von Forschung, die nicht nur beobachtet, sondern aktiv Veränderung gestaltet.
Die Bits & Bäume NRW 2026 hat damit deutlich gemacht: Nachhaltige Digitalisierung braucht Dialog, Zusammenarbeit und gemeinsames Handeln – und davon gab es in Bochum reichlich.






